Dr. des. Sören Eden

Ehem. Doktorand

Studium der Fächer Geschichte und Deutsch an der LMU München. 2010–2013 studentische Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte, München, 2010–2011 Tutor der Georgetown University (Washington D. C.) an der LMU München, 2013–2014 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte, München. März 2014 bis Februar 2018 Doktorand (Stipendiat) in der Unabhängigen Historikerkommission beim BMAS. März 2019 Promotion zum Dr. phil. an der Humboldt-Universität zu Berlin (Titel der Promotion: "Die rätselhafte Stabilität einer Behörde. Die Treuhänder der Arbeit in den Arbeitsbeziehungen 1933–1945").

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Teilprojekt

Treuhänder der Arbeit. Ordnung und Kontrolle der Arbeits- und Lohnbedingungen im „Dritten Reich“

Das Urteil der historischen Forschung über die regional angesiedelten Treuhänder der Arbeit fällt eindeutig aus. Zwar macht sie darauf aufmerksam, dass die nachgeordnete Behörde des Reichsarbeitsministeriums eine erhebliche Machtfülle in den Arbeitsbeziehungen besaß. Ihre Befugnisse erlaubten ihnen erheblichen Einfluss auf Einzelarbeitsverhältnisse, betriebliche Regelungsprobleme und Tarifordnungen auszuüben. Die Historiker/innen sind sich jedoch einig, dass die Treuhänder ihrer Kompetenzfülle kaum gerecht wurden. Im Gegenteil: Die geringe personelle und finanzielle Ausstattung der Behörde habe sie in die Abhängigkeit von den Wirtschaftsverbänden getrieben. Die Vehemenz mit der diese These bis heute verfochten wird, verwundert jedoch angesichts dessen, dass die Treuhänder bislang weder als Organisation noch in ihrem konkreten Wirken näher untersucht wurden.

Demgegenüber rückt das Dissertationsvorhaben die Treuhänder der Arbeit in den Fokus. Verwoben werden eine Organisationsgeschichte mit einer Geschichte der Arbeitsbeziehungen. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei die Wechselwirkungen zwischen den beiden Komplexen. Wie waren die Treuhänder-Behörden hinsichtlich ihrer Programme, Kommunikation und Mitglieder strukturiert? Inwiefern ermöglichte und schränkte der Behördenaufbau das Handeln der Treuhänder ein? In welchem Maße griffen sie in die Arbeitsbeziehungen ein und transformierten das Recht der Arbeit? Umgekehrt wird danach gefragt, welchen Einfluss das Recht der Arbeit in seiner normativen und praktischen Dimension auf die Treuhänder besaß. Inwiefern mussten sich die Treuhänder ständig an die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen anpassen? Hinterfragt werden damit einerseits das Bild monolithischer und unbeweglicher staatlicher Behörden und andererseits das Recht als staatlich oktroyiertes und unveränderliches Normengebilde. Hierfür werden drei Handlungsfelder der Treuhänder als Fallstudien analysiert: Betriebspolitik, Tarifpolitik, Arbeitsvertragsbrüche.